Braucht es Mitmachjournalismus überhaupt?

Jens Klün ist einer unserer Supporter und hat sich nach anfänglicher Euphorie über st_ry Gedanken gemacht, ob es das Konzept „Mitmachjournalismus“ überhaupt braucht. Er schreibt auf seinem Blog sirtomate.de:

„Ich habe bisher alles von und über st_ry gelesen und es war verschenkte Zeit. Ich hab sogar einen Verbesserungsvorschlag zum Konzept geschickt. (einen kleinen aber ich habe mich beteiligt) Ich habe jetzt die ersten Pläne studiert und sie bringen mir keinen Mehrwert. Auch Informationen über den Dreh und eventuelle Komplikationen sind mir egal, das Konzept im Prinzip auch.

Ich will am Ende eine gute Doku haben, die mich flasht, erfreut, belustigt und informiert und ich glaube das geht auch den meisten Menschen so. Wenn ich mir überlege, dass ich bei fünf Projekten immer am Ball bleiben soll, im schlimmsten Fall noch ernsthaft mitentscheiden musst, da hab ich schon keinen Bock mehr.

Die ganze Mitmachkultur in allen Ehren, aber wenn man aus der Schule, dem Job oder was auch immer heim kommt, dann braucht man doch nur noch kuratierte Informationen und keine Mitmachzeitung/-doku, zumindest nicht, wenn man noch andere Hobbies hat.“

Auf der einen Seite ein sehr wertvolles Feedback für uns, das ich hier zur Diskussion stellen möchte. Das Konzept „open journalism“ ist neu und muss ausprobiert werden.

Auf der anderen Seite muss ich sagen: Wir haben doch noch gar nicht richtig angefangen. Wieviel mitmachen es letztendlich geben kann und braucht, wollen wir erst noch herausfinden. Und wenn am Ende die Erkenntnis steht, dass wirklich fast keiner mitmachen möchte: Okay. Auch gut.

Aber ich möchte es ausprobieren! Nur so wissen wir, wie der Journalismus der Zukunft aussehen kann.

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