Warum offene Daten besser sein können als verschlossene

Ulrike Langer ist Medienjournalistin und lebt seit zwei Jahren in Seattle. Auf der re:publica fragte ich sie, welchen Unterschied es beim Thema Datenschutz zwischen den USA und Deutschland gibt.

Dass es einen Unterschied gibt wurde in der Vergangenheit häufig deutlich. Sei es der Streit um Privatsphären-Einstellungen auf Facebook, der Ärger um Google Maps und die Verpixelung  von Häusern oder Diskussionen um Landkarten, auf denen US-Bürger sehen können, ob in ihrer Nähe verurteile Pädophile wohnen – der Umgang mit Daten scheint sehr unterschiedlich.

Ulrike Langer erklärt das mit einem grundsätzlich anderen Verständnis von Daten und ihrem Schutzwert. „In den USA ist das Recht auf Auskunft von öffentlichen Daten in der Verfassung festgeschrieben. In Deutschland wacht man da gerade erst auf.“, erzählt sie mir. „In den USA wird nach der Chance gefragt, wenn Daten öffentlich sind. In Deutschland fragt man immer erst nach den Gefahren und dem Risiko.“


Sie selber ist dafür, dass öffentliche Daten für jeden frei verfügbar sein sollten. „Open Data“ heißt das Stichwort, das nicht nur Behörden zur Transparenz verpflichtet, sondern auch dafür sorgen kann, dass Bürger mit den Daten nützliche Anwendungen programmieren können.

Die Grenze zieht sie dort, wo es darum geht, die Daten von Dritten ohne deren Zustimmung im Netz zu veröffentlichen. „Jeder muss selber wissen, was er von sich öffentlich Preis gibt. Aber er darf nicht andere einfach bloß stellen.“ stellt sie klar.

Für uns eine wichtige Arbeitsthese – aber, woher weiß man, wieviel man von sich öffentlich Preis geben sollte?

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