Guten Morgen, NSA… – und wie man sich jetzt noch wehren kann

Und die NSA so: WE OWNZ YOUR INTORWEBZ! Und wir alle so:

Guten Morgen, liebes Internetz. Hier die neuesten Nachrichten: Die NSA fischt nicht nur in großen Teilen den internationalen Netzverkehr mit, sondern hat auch Mittel und Wege gefunden, Hintertüren in Kommunikations- und Verschlüsselungssoftware zu bauen.

Außerdem klauen sie Verschlüsselungsschlüssel von Firmen, damit sie verschlüsselte Verbindungen aufknacken können. Dieses Wissen, das keiner haben wollte, aber man mittlerweile fast erahnen konnte, hat der Guardian aus dem Snowden-Schatz gefischt.

Die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ wollte allerdings nicht, dass wir das wissen und sie haben versucht die Berichterstattung zu verhindern. Nationale Sicherheit und so. Hat nicht geklappt.

Meine Antwort:

Eine schöne Antwort auf das Thema hat auch Rapper Motrip mit Kumpel Elmo gefunden und einen zeitgemäßen Überwachungs-Sprechgesang auf elektronische Schlagzeugrhythmen gesprochen (gefunden via spreeblick):

“Der NSA-Präsident kennt die Farbe meiner Unterhose / Sie wissen worauf ich mir abends einen runterhole / Ich habe Salat in meiner Tupperdose / Aber sie / denken nur an Biowaffen, wenn man den Araber sieht / Diese Stasi-Methoden, sie sind quasi verboten / Aber wir meckern nicht, denn so hat Vater Staat uns erzogen.”

Und nu?

Einzig richtige Antwort eines aufgeklärten Bürgers: Trotzdem Protestieren. Und elektronische Kommunikation verschlüsseln. Im letzterem bin ich auch noch ziemlich schlecht, weil Bequemlichkeit und so und dann hat man ja auch immer keine Zeit.

Ein wenig erinnert mich das Verschlüsselungsthema an mein derzeitiges Ernährungsumstellungs-Experiment: Man sträubt sich damit anzufangen, weil man Mühe und Umstellung auf sich zukommen sieht. Und es ist noch lange kein Gesellschaftstrend wie Veganer-sein. Eher ein Freak-Thema für schizoide Paranoiker. Obwohl wir gerade vorgeführt bekommen, warum eigentlich alle verschlüsseln sollten.

Warum verschlüsseln?

Phil Zimmermann hat vor ziemlicher langer Zeit mal eine gute Methode entwickelt, um Emails zu verschlüsseln. Nennt sich PGP für Pretty Good Privacy, also “ziemlich gute Privatsphäre”. Im Interview mit Zeit Online sagt er “Verschlüsselung ist Bürgerpflicht” und erklärt auch wieso:

“Kennen Sie den Film Spartakus? Es geht um einen Sklavenaufstand im alten Rom. Der römische Feldherr verspricht allen Sklaven ihre Freiheit, wenn sie ihren Anführer, Spartakus, ausliefern. Bevor der sich zu erkennen geben kann, steht ein anderer auf und sagt: “Ich bin Spartakus”.

Nach und nach stehen alle auf, um Spartakus zu schützen. Das ist es, was wir auch tun müssen: Wir alle müssen lernen, unsere Kommunikation zu schützen, denn damit bieten wir anderen Menschen Schutz. Wenn wir unsere Gesellschaft vor einer schlimmen Zukunft bewahren wollen, muss Verschlüsselung zur Bürgerpflicht werden.”

Und nein, ich und keiner will, dass es Terrorismus gibt oder Cyberkriminalität oder andere ätzende Dinge. Nur: Die Welt wurde noch nie sicherer oder besser, weil Menschen abgehört wurden und Geheimdienste ihre geheimen Dienste erfüllt haben.

Im Falle NSU haben die in Deutschland im Gegenteil großartig versagt. Man findet nämlich immer das, was man finden will.

Daher mach ich jetzt den ersten Schirrt und teste derzeit mit meiner Freundin die Whatsapp-Alternative Threema, über die Zeit Online-Kollege Patrick Beuth auch schon berichtet hat. Da ist die Kommunikation nämlich verschlüsselt.

Mein bisheriges Fazit: ganz ordentlich. Keine Gruppen-Chats wie whatsapp und bei der Einrichtigun ein μ umständlicher, aber völlig praktikabel und (wie bei vegetarischer Ernährung) das gute Gefühl, etwas Richtiges zu tun.

Weiterführend werde ich mir dann endlich mal das Tutorial von Patrick Beuth reinpfeifen, der schon im Januar die Serie “Mein digitaler Schutzschild” geschrieben hat. Dort erklärt er, wie man sich im Netz bestmöglich schützt. Auch beim Guardian hat man Tipps, wie man sich gegen Abhören schützen kann. Kann ich jedem nur empfehlen.

Und was ist mit Protestieren?

Kann man morgen, in Berlin. Um 13 Uhr beginnt die Demonstration “Freiheit statt Angst” am Alexanderplatz. Busse fahren aus allen größeren Städten (außer Hamburg).

Und während ich das hier schreibe, flattert die neue brandeins ins Haus. Und darin geht es – Überraschung – um Datenschutz und Co. Hier der Heftinhalt.

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