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Axel-Springer-Preis für COMING OF RAGE

First things first: Danke! Wir haben einen Preis bekommen und das nur, weil Ihr Euch COMING OF RAGE angeguckt habt. Deswegen schneiden wir unsere erste Reihe über die Fußball-Fans von Çarşı nochmal um. Zum einen, weil wir noch ein Interview mit Özcan Mutlu aufgezeichnet haben. Zum anderen, weil die Verhandlung gegen die Ultras jetzt auf den 26. Juni vertagt wurde.

Steffi Fetz und ich waren Ende April stellvertretend für das ganze Team in Berlin und haben den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten bekommen. Kategorie: Internet. Gefühl: sehr gut. Auch weil die Jury unseren dritten Platz folgendermaßen begründet hat:

„COMING OF RAGE“ packt eines der großen Themen dieser Zeit an: Junge Menschen, die nicht länger zuschauen wollen, wie ihnen die Zukunft verbaut wird. Herausgekommen ist eine hervorragende Videoserie, deren ersten Teil aus der Türkei wir mit einem Axel Springer Preis auszeichnen.

„COMING OF RAGE“ ist unaufdringlich und doch packend. Rasant, aber nicht oberflächlich.

Die Preisträger Steffi Fetz und Sammy Khamis

Die Preisträger Steffi Fetz und Sammy Khamis

Soweit so gut also. Zumindest bei uns. Für die Ultras von Çarşı sieht das alles weniger rosig aus. Viele von ihnen haben Stadionverbot und insgesamt 35 sind angeklagt. Ihnen wir vorgeworfen, während der Gezi-Proteste 2013 Widerstand gegen die Staatsgewalt angewendet zu haben. Das wäre nur halb so wild, wenn den 35 Ultras nicht auch noch Putschversuch vorgeworfen wird. Darauf steht lebenslang.

Bei der ersten Verhandlung im Dezember 2014 haben die Richter den Prozess vertagt. Bei dem zweiten Termin Anfang April die gleiche Geschichte: Die  Verhandlung gegen die Çarşı-Ultras wurde nach wenigen Minuten auf den 26. Juni 2015 verlegt. Damals war auch Özcan Mutlu im Gerichtsaal. Für den Bundestagsabgeordneter der Grünen ist klar: „Die Staatsanwaltschaft hat keine Beweise gegen die Ultras in der Hand.“ Wir haben Özcan Mutlu, der bei der zweiten Verhandlung in Istanbul mit dabei war vor einigen Wochen in Berlin getroffen. Aus ihm spricht so viel Hoffnung wie Wut auf die türkische Regierung. Wir werden seine Einschätzungen in die kommenden Folgen COMING OF RAGE aus Istanbul einbauen.

Bis dahin werden aus den schon bekannten fünf Folgen aus Istanbul vier. Ihr könnt sie – wie immer – jeden Montag angucken. Bei uns auf youtube und auf der Website der Süddeutschen Zeitung.

Und hier die erste Folge Istanbul reloaded:

 

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Folge 4 von 4: „Krisenalltag“

Arbeitslosigkeit gehört zum Alltag vieler Griechen – ungefähr jeder Vierte hat momentan keinen Job. Noch alarmierender ist die Quote bei den Jugendlichen, von denen circa 50% arbeitslos sind. Das möchten viele nicht hinnehmen und machen deshalb ihrem Unmut Luft.

Folge 4 „Krisenalltag“

In der letzen Folge von COMING OF RAGE aus Athen begleitet Sammy die 24-jährige Kristina durch ihr Viertel Exarchia. Gerade fertig mit dem Studium hat sie erneut ihren Job verloren, doch ist inzwischen schon an derartige Zustände gewöhnt. Sie will in Griechenland bleiben und nachhaltig etwas verändern.
Wie Kristina geht es auch vielen anderen Griechen. Auf dem Syntagma-Platz in Athen demonstrieren am gleichen Abend hunderte Menschen gegen die Kündigung staatlich engagierter Putzfrauen. Sammy ist mittendrin und fragt sie nach ihrem Alltag in der Krise.

 

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Folge 3 von 4: „Aktivisten“

Erwachsenwerden in der Krise muss nicht bedeuten, dass der Kopf in den Sand gesteckt wird. Für einige junge Griechen bedeutet die Krise auch eine Chance zur Veränderung. Sammy Khamis hat in Folge 3 Aktivisten getroffen.

In Folge 3 macht sich Sammy auf den Weg ins linke Viertel Exarchia. Exarchia ist dafür bekannt, dass dort viele Aktivisten, Studenten und Künstler wohnen und es dort immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen mit der Polizei kommt.
Sammy trifft dort zwei Mitglieder des linken Gemeinschaftszentrums KVOX. Für die Beiden ist klar: „Solange man unter einer kapitalistischen Regierung lebt, kann man nirgends so leben wie man will.“ Etwas weniger radikal denkt Alexandra mit der Sammy zu einer Zwangsversteigerung fährt, die sie gemeinsam mit anderen politischen Aktivisten verhindern will. Ob genügend Leute zusammenkommen, um die Versteigerung aufzuhalten erfahrt Ihr im Video!

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Folge 2 von 4 – „Sisa“

In Folge 2 begleitet Sammy den Streetworker George, der selbst viele Jahre drogenabhängig war. George arbeitet inzwischen für die Suchthilfe-Organisation KETHEA. Trotz massiver Kürzungen versuchen die Mitarbeiter dort den Drogenabhängigen zu helfen. Auffällig ist, dass mit Beginn der Krise die Zahl an HIV-Infektionen um 1400 Prozent gestiegen ist. Eine Ursache für den Anstieg bei Drogenabhängigen ist das mehrmalige Benutzen von Spritzen. Die Streetworker von KETHEA versuchen, unter anderem durch das Herausgeben von sauberem Besteck und Kondomen, dem entgegenzuwirken.
Einer, der die Hilfe in Anspruch nimmt, ist Cristo. Ihn lernt Sammy im Park Pedion tou Aeros kennen, einem bekannten Treffpunkt für Drogenabhängige in Athen. Cristos spritzt sich zwar kein Heroin mehr, dafür raucht er aber Sisa, das Kokain der Armen. Er sagt: „Es frisst dich auf!“ Warum er dennoch jeden Tag zur Pipe greift, erfahrt Ihr in Folge 2!

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Q&A aus Athen, Folge 1

Ihr habt uns auf die Folge 1 der zweiten Staffel von COMING OF RAGE aus Athen einige Fragen gestellt zu Maki und seiner Geschichte. Weil acht Minuten Reportage nicht alle Hintergründe erzählen können, beantworten wir ein paar Dinge noch mal in einem extra Questions & Answers für euch. Wenn ihr noch was wissen wollt, loben oder kritisieren wollt: Wir freuen uns über euer Feedback, auf Twitter, Facebook oder per Nachricht an hallo(at)stry.tv!

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Die neue Staffel COMING OF RAGE aus Athen, Folge 1 von 4

Passend zur aktuellen Berichterstattung rund um Griechenlands Schulden (#Grexit) schaut COMING OF RAGE jetzt auf die Leute, bei denen die ganzen abstrakten Zahlen ganz real im Alltag ankommen: Sammy Khamis hat in Athen junge Menschen getroffen, die ihren Job verloren haben und die Euro-Krise an jeder Ecke zu spüren bekommen. Er war bei den Autonomen im Viertel Exarchia und unterwegs mit solchen, die schwer abhängig von Heroin und Sisa sind. Und er bekam Antworten wie: “Der einzige Weg ist Widerstand.”

In Folge 1 trifft Sammy den 29-jährigen Maki, ein in klaren Momenten kluger Kopf, der aber heroinabhängig ist. Maki hat durch die Krise seine Jobs verloren und rutschte immer tiefer in den Drogensumpf. Inzwischen spritzt er sich regelmäßig Heroin und bezeichnet sich trotzdem selber als „clean junkie“. Warum? Das erfahrt ihr in Folge 1:

Ab heute gibt es auf www.stry.tv und auf Sueddeutsche.de jede Woche eine neue Folge aus Griechenland, wo unser Team vergangenen Sommer unterwegs war.

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Alle Folgen: COMING OF RAGE in Istanbul

COMING OF RAGE aus Istanbul ist jetzt komplett und ihr könnt euch alle Folgen zu den Fußball-Ultras von Çarşı ganz einfach hier nacheinander anschauen:

Bei den Gezi Protesten waren sie ganz vorne mit dabei. Sie haben sich gegen die Polizei gestellt, fleißig gegen die Bebauung des Gezi-Parks angesungen und auch gegen den Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan demonstriert. Für viele waren die Çarşı-Leute die „Retter der Revolution“. Jetzt sind sie deshalb angeklagt, der Vorwurf: Putschversuch.

Aber sie haben auch eine extreme Vergangenheit: Gegen ihre Erzfeinde von Fenerbahçe und Galatasaray haben sie mit Dönnermessern gekämpft. Bis in die 1990er haben sie sich bekriegt. Gegen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan haben sie sich jetzt vereinigt. Absolut ungewöhnlich, dass sie sich letztes Jahr gemeinsam gegen Erdoğan und den Umbau des Parkes gestellt haben. Sammy lässt sich von den Çarşı-Ultras durch ihr Viertel und ihre Vergangenheit führen. Denn, wer Çarşı checken will, der muss verstanden haben, was das Viertel Beşiktaş ausmacht:

Seit Gezi haben einige der Ultras Stadionverbot. Das ist noch milde im Gegensatz zu den Strafen bei einer Verurteilung derjenigen, die wegen der Proteste angeklagt wurden: Der worst case wären 35 Jahre Haft. Hunderte Beşiktaş Fans versammelten sich im Dezember vor dem Gericht. Der Prozess wurde jetzt auf den 2. April 2015 vertragt. Bis dahin haben die Angeklagten aber weiterhin Stadionverbot. Ein paar von den Çarşı Ultras, die noch ins Stadion dürfen, nehmen Sammy zu einem Spiel mit:

Çarşı ist nicht nur auf der Straße und im Stadion aktiv. Sie machen auch Blutspendeaktionen oder waren eine der ersten Helfergruppen vor Ort beim Grubenunglück von Soma – „Die größte Organisation in der Türkei“ eben, wie es Ayhan sagt. Er war dabei, als die Regierung in den 80er Jahren versucht hat, das politische Aufbäumen der Jugend zu zerschlagen. „Vor allem die Jugendlichen haben sie [die türkische Militärregierung nach dem Putsch von 1982] vom Fußball überzeugt. Mit dem Ziel, dass sie nicht politisch aktiv werden.“

Çarşı ist für viele also nicht nur einer der lautesten Fußball-Ultragruppen, sondern auch Anführer der Gezi-Proteste und die größte NGO in der Türkei. Aber welchen Einfluss haben sie auf die große Politik? Und wie hat sich Çarşı selbst verändert – seit Gezi und seit dem Friedensvertrag, den die drei Istanbuler Fan-Vereine geschlossen haben? Ayhan, einer der Çarşı-Gründer, spricht über die neue Generation und darüber, dass die Demokratie in der Türkei am Boden ist.