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SAMMY KHAMIS

Sammy Khamis arbeitet als freier Journalist vor allem fürs Radio (u.a. BR, SWR, ORF). Dazu unterstützt Sammy die letzten Hersteller von analog Fotofilmen (ja gibts noch) und entwickelt gerne in der Dunkelkammer (ist so was wie Photoshop, nur zum reingehen). 2011 war er zufällig in Kairo auf dem Tahrir-Platz, als der Arabische Frühling in Ägypten begann. Mittlerweile ist er mindestens vier Mal im Jahr in Ägypten und berichtet von dort oder von anderen politischen Unruhen. Mit Kamera und Aufnahmegerät hat er seitdem auch die Proteste in Istanbul begleitet.

Sammy fuer Seite

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DANIEL BRÖCKERHOFF

Daniel Bröckerhoff ist freier TV-Autor und Reporter, wohnt in Hamburg und im Internet, arbeitet bislang hauptsächlich für die Fernsehsendungen Klub Konkret (EinsPlus), ZAPP (NDR) und Zoom (ZDF). Stationen: Webdesigner, Journalistikstudium, RTL Journalistenschule, öffentlich-rechtliches Fernsehen. Jetzt immer auf der Suche nach einer Wahrheit, einem Gesprächspartner oder wenigstens einem lustigen Youtube-Film.

Wirft weder Flinte, noch Handtuch, sondern eine erste Folge ins Netz: st_ry-Reporter Daniel

Wirft weder Flinte, noch Handtuch, sondern eine erste Folge ins Netz: st_ry-Reporter Daniel

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bahn.bonus-Programm mit Marketing-Terror-Androhung

Meine neue Bahncard kam jüngst an, kurz darauf gefolgt von einem Schreiben der DB: Wenn ich weiter am bahn.bonus-Programm teilnehmen wollte, müsse ich nochmal meine Einwilligung geben.

Kurze Erklärung: Das bahn.bonus-Progamm ist sowas wie Miles & More von der Lufthansa. Fahren, Punkte sammeln, Prämien kassieren. Ich hab jüngst jede Mege Plunder gegen meine erfahrenen Punkte getauscht, mir aber nie weiter Gedanken gemacht. Typisch Verbraucher halt.

Jetzt lese ich in dem neuen Einwilligungsschreiben:

Abwicklung und.... na klar: Marketingzwecke.

Abwicklung und…. na klar: Marketingzwecke.

Na klar: Die Daten werden zu „Marketingzwecken verwendet, d.h. zur werblichen Ansprache bestimmter Teilnehmer“. Bislang hab ich keine Werbepost bekommen. Muss ich jetzt Angst vor explodierenden Briefkästen haben?

Widersprechen kann man dem Marketingterror natürlich auch. Aber nicht praktisch auf dem Rückschreiben. Sondern das muss man schön einzeln tun:

Wollen Sie nicht? Müssen sie ne Mail schreiben. Orr...

Wollen Sie nicht? Müssen sie ne Mail schreiben. Orr…

Immerhin: Man kann ne Mail schreiben und muss kein Einschreiben mit Rückschein einsenden. Trotzdem: Wieviele bahn.bonus-Programm-Teilnehmer werden von diesem“opt out“-Recht Gebrauch machen? Genau.

Deswegen fordern Datenschützer schon sehr lange, dass „Opt in“ die Standart-Einstellung bei solchen Dingen ist. Heißt: Der Kunde muss aktiv seine Einwilligung geben, dass er Werbung haben möchte. In dem er zum Beispiel ein Kästchen ankreuzt. „Macht aber keiner“, jammern die Werbetreibenden und lobbyieren deswegen dagegen. Fragt sich nur, liebe Werbeleute: Warum macht das denn keiner?

Ich habe jetzt in einer Mail widersprochen, dass ich Werbemüll kriege und von der Bahn Auskunft darüber verlangt, was sie so über mich wissen. Bin gespannt, wann die Antwort kommt.

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Guten Morgen, NSA… – und wie man sich jetzt noch wehren kann

Und die NSA so: WE OWNZ YOUR INTORWEBZ! Und wir alle so:

Guten Morgen, liebes Internetz. Hier die neuesten Nachrichten: Die NSA fischt nicht nur in großen Teilen den internationalen Netzverkehr mit, sondern hat auch Mittel und Wege gefunden, Hintertüren in Kommunikations- und Verschlüsselungssoftware zu bauen.

Außerdem klauen sie Verschlüsselungsschlüssel von Firmen, damit sie verschlüsselte Verbindungen aufknacken können. Dieses Wissen, das keiner haben wollte, aber man mittlerweile fast erahnen konnte, hat der Guardian aus dem Snowden-Schatz gefischt.

Die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ wollte allerdings nicht, dass wir das wissen und sie haben versucht die Berichterstattung zu verhindern. Nationale Sicherheit und so. Hat nicht geklappt.

Meine Antwort:

Eine schöne Antwort auf das Thema hat auch Rapper Motrip mit Kumpel Elmo gefunden und einen zeitgemäßen Überwachungs-Sprechgesang auf elektronische Schlagzeugrhythmen gesprochen (gefunden via spreeblick):

„Der NSA-Präsident kennt die Farbe meiner Unterhose / Sie wissen worauf ich mir abends einen runterhole / Ich habe Salat in meiner Tupperdose / Aber sie / denken nur an Biowaffen, wenn man den Araber sieht / Diese Stasi-Methoden, sie sind quasi verboten / Aber wir meckern nicht, denn so hat Vater Staat uns erzogen.“

Und nu?

Einzig richtige Antwort eines aufgeklärten Bürgers: Trotzdem Protestieren. Und elektronische Kommunikation verschlüsseln. Im letzterem bin ich auch noch ziemlich schlecht, weil Bequemlichkeit und so und dann hat man ja auch immer keine Zeit.

Ein wenig erinnert mich das Verschlüsselungsthema an mein derzeitiges Ernährungsumstellungs-Experiment: Man sträubt sich damit anzufangen, weil man Mühe und Umstellung auf sich zukommen sieht. Und es ist noch lange kein Gesellschaftstrend wie Veganer-sein. Eher ein Freak-Thema für schizoide Paranoiker. Obwohl wir gerade vorgeführt bekommen, warum eigentlich alle verschlüsseln sollten.

Warum verschlüsseln?

Phil Zimmermann hat vor ziemlicher langer Zeit mal eine gute Methode entwickelt, um Emails zu verschlüsseln. Nennt sich PGP für Pretty Good Privacy, also „ziemlich gute Privatsphäre“. Im Interview mit Zeit Online sagt er „Verschlüsselung ist Bürgerpflicht“ und erklärt auch wieso:

„Kennen Sie den Film Spartakus? Es geht um einen Sklavenaufstand im alten Rom. Der römische Feldherr verspricht allen Sklaven ihre Freiheit, wenn sie ihren Anführer, Spartakus, ausliefern. Bevor der sich zu erkennen geben kann, steht ein anderer auf und sagt: „Ich bin Spartakus“.

Nach und nach stehen alle auf, um Spartakus zu schützen. Das ist es, was wir auch tun müssen: Wir alle müssen lernen, unsere Kommunikation zu schützen, denn damit bieten wir anderen Menschen Schutz. Wenn wir unsere Gesellschaft vor einer schlimmen Zukunft bewahren wollen, muss Verschlüsselung zur Bürgerpflicht werden.“

Und nein, ich und keiner will, dass es Terrorismus gibt oder Cyberkriminalität oder andere ätzende Dinge. Nur: Die Welt wurde noch nie sicherer oder besser, weil Menschen abgehört wurden und Geheimdienste ihre geheimen Dienste erfüllt haben.

Im Falle NSU haben die in Deutschland im Gegenteil großartig versagt. Man findet nämlich immer das, was man finden will.

Daher mach ich jetzt den ersten Schirrt und teste derzeit mit meiner Freundin die Whatsapp-Alternative Threema, über die Zeit Online-Kollege Patrick Beuth auch schon berichtet hat. Da ist die Kommunikation nämlich verschlüsselt.

Mein bisheriges Fazit: ganz ordentlich. Keine Gruppen-Chats wie whatsapp und bei der Einrichtigun ein μ umständlicher, aber völlig praktikabel und (wie bei vegetarischer Ernährung) das gute Gefühl, etwas Richtiges zu tun.

Weiterführend werde ich mir dann endlich mal das Tutorial von Patrick Beuth reinpfeifen, der schon im Januar die Serie „Mein digitaler Schutzschild“ geschrieben hat. Dort erklärt er, wie man sich im Netz bestmöglich schützt. Auch beim Guardian hat man Tipps, wie man sich gegen Abhören schützen kann. Kann ich jedem nur empfehlen.

Und was ist mit Protestieren?

Kann man morgen, in Berlin. Um 13 Uhr beginnt die Demonstration „Freiheit statt Angst“ am Alexanderplatz. Busse fahren aus allen größeren Städten (außer Hamburg).

Und während ich das hier schreibe, flattert die neue brandeins ins Haus. Und darin geht es – Überraschung – um Datenschutz und Co. Hier der Heftinhalt.

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Liebe Fans, liebe Unterstützer, liebe Datenschutz-Besorgte, Crowdfunder, Blog-Leser und Blogger, liebe Medienleute, Interessierte, Freunde, Kritiker und Vorbeischauer, liebe alle –

Es hat leider nicht gereicht. Trotz Eures großen Interesses am Projekt st_ry, trotz Eurer finanziellen Unterstützung, Eurer Blogposts, Eurer Tweets und Artikel haben wir deutlich die Marke von 42.000 Euro verfehlt, die wir zur Realisation von st_ry als Crowdfunding-Projekt gebraucht hätten.

Wir haben es nicht geschafft, genügend Menschen davon zu überzeugen, dass unser Thema für jeden in diesem Land sehr wichtig ist, und dass bei unserem offenen journalistischen Prozess etwas Neues, Großartiges herauskommen kann. Schade – aber: wenigstens haben wir’s versucht.

Eure eingezahlten Finanzierungs-Beiträge werdet Ihr via Startnext in den nächsten Tagen zurückerstattet bekommen. Unser Rechercheblog bleibt noch auf einen Drink länger: Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen das, was es zu ersten Folge noch zu erzählen gibt, weiter hier posten und mit Euch diskutieren.

Enttäuschter Reporter ist enttäuscht.

Enttäuschter Reporter ist enttäuscht.

Weil uns die erste st_ry-Folge eigentlich recht gut gefallen hat (und vielen Zuschauern ja auch), werden wir jetzt versuchen, unsere glante Reihe auf einem anderen Weg noch Wirklichkeit werden zu lassen. Ob, wann und wie das klappt, wissen wir noch nicht. Schön wär’s auf jeden Fall, liebe Crowd, wenn wir die spannende Recherche und die gute Diskussion mit Euch irgendwann fortsetzen können.

Wir danken sehr herzlich für Eure Unterstützung.

Viele Grüße,

Euer st_ry-Team

Ben [Screengrafik + SFX]
Bulli [Logo- und Grafik-Design]
Christoph [Redaktion]
Daniel [Reporter]
Felix [Ko-Produzent]
Hakan [Redakteur]
Hardy [Produzent]
Henrik [Text & Konzept]
Mareike [Redaktion]
Marianna [Projektmanagement]
Michi [Produzent]
Sebastian [Autor, Kamera, Schnitt]

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Unboxing Daniels Selbstauskunft (plus dummes Gesicht)

Nachdem ich bei Alvar gesehen hatte, wie ein mieser Score (oder gar keine vorhandenen Daten) zu miesen Ärgerlichkeiten und Diskriminierung (wenn man es so nennen will) führen kann, wollte ich selber wissen, was Datensammel-Firmen so über mich wissen.

Über selbstauskunft.net habe ich bei 20 Firmen angefragt, welche Informationen sie über mich haben. Ein paar Tage später trudelten die Briefumschläge ein. Hier das (vorläufige) Ergebnis:

Nachdem ich das Video fertig hatte, trudelte auch mein Schufa-Score ein. Die Firma findet mich superduper und hält mich für einen geilen Kunden – aber verrät mir auch nicht, wie sie darauf kommt.

Daniel freut sich, aber ist nachdenklich

Ich bin ein toller Kunde, sagt die Schufa. Aber woher weiß sie das?

Das Ganze wird noch skurriler, wenn man bedenkt, dass mich die accumio finance service GmbH für einen nur mittelguten Kunden hält. Wieder: Wie kommen sie nur darauf und warum kommen sie zu einem ganz anderen Ergebnis als die Schufa?

Aus den Daten, die sie mir schicken werde ich jedenfalls nicht schlau:

So sieht eine Schufa-Selbstauskunft aus.

So sieht eine Schufa-Selbstauskunft aus.

Die ersten Selbstaufkünfte waren schnell, derzeit warte ich jedoch noch auf Rückmeldungen von 11 der 20 angefragten Firmen:

  1. Acxiom Deutschland GmbH
  2. Arvato Infoscore GmbH
  3. Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG
  4. CEG Creditreform Consumer GmbH
  5. Deltavista GmbH
  6. Global Group Dialog Solutions AG
  7. IHD Service GmbH
  8. microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH
  9. QUADRESS GmbH
  10. Regis24 GmbH
  11. Schober Information Group Deutschland Gmbh

Bin gespannt, ob da noch was kommt oder ob ich da ne Mahnung hinterher jagen muss… :-/

 

 

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Mächtig, aber kamerascheu: Ein Interview mit arvato infoscore

Wer sich mit Scoring beschäftigt, stolpert schnell über arvato infoscore. Die Tochterholding der Bertelsmanngruppe gehört zu den größten Auskunfteien in Deutschland und ist damit einer der größten Player im Scoring. Wir haben um ein Interview gebeten und es bekommen – wenn auch nur schriftlich und nicht mehr rechtzeitig für den Dreh der ersten Folge.

Bei unserer Recherche für die erste Folge zum Thema Scoring haben wir auch bei arvato infoscore angefragt. Für ein persönliches Interview hätten wir  Daniel nur zu gern nach Baden-Baden geschickt, aber ein Besuch von unserem Reporter wurde uns leider verwehrt. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, ein paar Fragen an arvato infoscore loszuwerden. Deshalb nahmen wir das Angebot von Frau Schieler (Contentmanagement arvato infoscore), ein schriftliches Interview zu führen, an.

Das Interview mit arvato infoscore: Hier weiterlesen!