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Wie Scoring daneben gehen kann

Alvar Freude ist im Netz bekannt als Aktivist des (zur Zeit eher inaktiven) AK Zensur und meinungsstarker Blogger. Hauptberuflich hat er es mit Computern, Programmieren und Datenbanken zu tun – all das zusammen ergibt einen Menschen, der mit seinen Daten eher sparsam umgeht. Genau das wurde ihm zum Verhängnis.

Als Alvar sich nämlich letztes Jahr eine Bahncard 100 kaufte, bot ihm die Bahn eine kostenlose Kreditkarte dazu an. Diese kostet normalerweise ein paar Euro im Jahr, für ihn sollte sie umsonst sein.

So sehen miese Kunden aus. Meint die Commerzbank.

So sehen miese Kunden aus. Meint die Commerzbank.

„Da dachte ich mir, dass das doch ganz praktisch für das Geschäftskonto sein könnte“, erzählt mir Alvar, als wir uns auf seiner Couch in seiner Wohnung in Stuttgart niedergelassen haben. Als Selbstständiger hat er zwei Konten, für das Privatkonto gab es schon länger eine Kreditkarte, aber halt geschäftlich noch nicht. Antrag ausgefüllt, eingeschickt. Fertig. Dachte er.

Doch die Commerzbank, die mit der Deutschen Bahn bei diesem Angebot zusammen arbeitet, verweigert ihm überraschenderweise die Karte. Die Erklärung: Er hätte zwar keine negative Schufa-Auskunft, aber die anderen Daten, die man über ihn habe hätten ergeben: Alvar sei wahrscheinlich ein mieser Kunde. Hohes Ausfallrisiko. Danke, aber Nein Danke. Auf Wiedersehen.

Die wahren Gründe der Commerzbank, Alvar keine Kreditkarte zu geben: Hier weiterlesen!

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Wie das “Guter Kunde, schlechter Kunde”-Spiel funktioniert

Der erste st_ry-Dreh hat uns gestern nach Neuss gespült, wo in einem unscheinbaren Industriegebiet die Firma Creditreform sitzt. Die setzen ca 500 Mio im Jahr damit um, dass sie mit ihren Mitgliedern das “Guter Kunde, schlechter Kunde”-Spiel spielen. 

Das Spiel geht so: Die Spieler sagen dem Spielleiter (Creditrefom) mit welchem Unternehmen oder Privatmenschen sie gute und weniger gute Erfahrungen gemacht haben. Parallel sucht der Spielleiter bei den potentiellen Kunden nach (öffentlich zugänglichen) Pech-Kärtchen, auf denen steht, dass sie kein Geld mehr haben, eine Privatinsolvenz beantragt haben oder anderweitig in finanziellen Schwierigkeiten stecken

Big Player im Scoring-Spiel: Creditrefom in Neuss

Big Player im Scoring-Spiel: Creditrefom in Neuss

Außerdem sucht der Spielleiter parallel nach anderen Informationen wie Wohnort, Alter, Geschlecht etc, die eventuell vielleicht etwas darüber aussagen könnten, wie zahlungsfreudig und solvent ein Mensch ist.

Diese Informationen wirft der Spielleiters dann in seine Rechenzauberkiste und mit Hilfe einer geheimen Formel berechnet diese dann einen Wert für den Kunden – den Score (ist natürlich auf englisch, weil es professioneller klingt). Je besser der Score, desto Hurra!

Für die ganze Spielanleitung: Hier klicken!

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Geht los: Ab morgen
drehen wir Folge 1!

Seit über einem Monat kein Update mehr im Blog und wenig los auf Twitter und Facebook: Die ersten besorgten Kommentare gab es bereits, ob wir das Projekt eingestampft hätten? Nein, haben wir nicht! Und noch besser: nach der kurzen Verschnaufpause geht’s jetzt wirklich los: Wir produzieren die erste Folge. Komme, was wolle!

Zugeben: Die erste Funding-Runde hat uns alle etwas erschöpft. Und als diese dann nicht-erfolgreich zuende ging, wir aber dankenswerterweise verlängern durften, brauchten wir alle erstmal kurz ne Zigarette und einen Kaffee. Die einen holten sich den in Italien, die anderen in Brasilien und ich auf Zypern und an der Ostsee. Doch weil wir zum Glück mehr als einer sind, haben wir im Hintergrund die Recherchemaschine wieder angeschmissen und setzen jetzt die erste Folge um. Damit ihr seht, was wir vorhaben. Ziel: Funding reißen!

Gut gelauntes Team bespricht den Dreh im gut gelaunten Hangout

Gut gelauntes Team bespricht die Drehs im gut gelaunten Hangout

Scoring oder Ich weiß, wo Du wohnst!

Nachdem wir uns in der ersten Rechercherunde durch die verschiedenen Themenfelder des Datenschutz-Ackers gewühlt haben, um einen groben Überblick zu bekommen, haben wir uns dazu entschlossen, uns zunächst dem Thema “(Kredit-)Scoring” genauer zu widmen. Was ist das? Wie geht das? Und welche Konsequenzen kann das haben?

Die Antwort und zu wem wir alle hinfahren: Klickst Du hier!

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Was ist der Unterschied zwischen Schufa und Scoring-Unternehmen?

Wer in Deutschland einen Vertrag abschließen oder einen Kredit haben will, der braucht eine positive Schufa-Auskunft. Die Schufa ist eine privatwirtschaftliche deutsche Wirtschaftsauskunftei und wurde gegründet, um zu prüfen, ob Konsumenten immer brav alles bezahlt haben oder kleine (bzw. große) Zechpreller-Schweinchen sind. Der Laden ist quasi die Großmutter der Datensammler.

Doch wie das Großmütter so an sich haben, wissen sie sich meistens noch zu benehmen, haben feste Regeln, an die sie sich halten und sind außerdem eher vertrauenswürdig als  sagen wir die Jungs, die uns versprechen, sie könnten den gleichen tollen Kuchen wie Oma in ihrer Fabrik backen – nur viel billiger und viel größeren Mengen. Was sie einem dann nicht verraten, ist, dass die Fabrik leider irgendwo in Fernost steht und was sie in den Kuchen reintun wollen sie auch nicht sagen und überhaupt, wer diese Jungs sind weiß auch keiner so recht. Nur, dass sie Geld verdienen wollen, das steht fest.

Weiß, ob Du guter Junge / Mädchen bist: Schufa.

Weiß, ob Du guter Junge / Mädchen bist: Schufa.

 

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Wie wir an Folge 1 basteln

Vor einigen Tagen haben wir in Absprache mit starnext die Funding-Phase verlängert. Da wir den Eindruck hatten, dass das holprige Funding vor allem daran liegen könnte, dass unser Produkt noch nicht so klar ist, wir also nichts zum Vorzeigen haben außer guten Ideen, sitzen wir gerade in der Recherche für Folge 1. Die soll möglichst schnell online gehen. Gar nicht so einfach.

Denn vor dem Dreh kommen die Interviewanfragen, kommt die Recherche, kommt die Frage, was man eigentlich erzählen will, kommen zahlreiche Telefonate, um das zu klären und dann stellt sich raus, dass irgendwie keiner zur gleichen Zeit drehen kann, weil lauter andere Projekte gerade aktuell drücken und die Interviewpartner alle im Urlaub oder total busy sind.

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Das st_ry-Funding
geht in die Verlängerung

Liebe Fans und Supporter von st_ry,

wir danken Euch sehr herzlich für Eure finanzielle und ideelle Unterstützung bei unserem Projekt st_ry. Die vergangenen sechs Wochen mit Euch waren sehr spannend für uns – und hoffentlich auch für Euch.

In wenigen Tagen, am 12.6., wird nun die Funding-Phase unseres Projekts ablaufen. Seit Wochen überlegen wir gemeinsam mit startnext, wie wir st_ry noch zum Erfolg verhelfen können. Deshalb wollen wir nun einen zweiten Anlauf nehmen, unser Doku-Projekt zu den Menschen zu bringen, die es betrifft: nämlich zu allen. Wir wollen noch nicht so schnell das Handtuch werfen und werden deshalb die Finanzierungsphase bis zum 16.08.2013 verlängern.

Wirft weder Flinte, noch Handtuch, sondern eine erste Folge ins Netz: st_ry-Reporter Daniel

Wirft weder Flinte, noch Handtuch, sondern eine erste Folge ins Netz: st_ry-Reporter Daniel

Datenschutz, Datensouveränität und Privacy

Datenschutz, Datensouveränität und Privacy sind große Themen unseres täglichen Lebens. Leider sind sie sehr komplex und schwierig zu erklären. Wir werden’s trotzdem versuchen: indem wir die erste Folge unserer Doku-Reihe vorab auf eigene Kosten produzieren und darin die oft haarsträubenden Dinge vorstellen, die mit unseren Daten passieren.

Bisher haben wir viel Zuspruch für unseren “Open Journalism” bekommen – die transparente Arbeitsweise, die das wichtigste Grundprinzip von st_ry ist. Dennoch scheint dieser Aspekt nur einen kleinen Teil unserer Zielgruppe anzusprechen. Wir wollen unser Produkt, unsere Doku-Reihe, nicht verändern – weder in den thematischen Schwerpunkten, noch in der offenen journalistischen Arbeitsweise. Wir werden aber versuchen, in der neuen Phase ein breiteres Publikum zu erreichen, indem wir das Thema besser herausstellen und unsere Mission deutlicher machen.

Erste Folge geht in Produktion

Die erste st_ry-Folge, die wir nun produzieren werden, soll ein breites Interesse für unser Kernthema Datensouveränität wecken – weil wir überzeugt sind, dass auch Menschen, die dieses Wort nicht kennen, viele Fragen dazu haben. Die wir ihnen gerne in unserer Doku beantworten wollen.

Für diesen Neustart von st_ry brauchen wir etwas Zeit. Wir wollen bis Anfang Juli 2013 die erste fertige Folge ins Netz stellen und dann nochmal intensiv für eine breite Unterstützung von st_ry werben. Daher haben wir mit startnext vereinbart, dass die Funding-Phase um etwa acht Wochen verlängert wird und nun bis zum 16.08.2013 weiterlaufen wird.

Solltet Ihr Euer bereits eingezahltes Funding angesichts des neuen Zeitplans zurückhaben wollen, werden wir diesem Wunsch selbstverständlich nachkommen. Wir hoffen aber sehr, dass Ihr uns als Fans und Supporter verbunden bleibt.

Kritik? Feedback? Ja, bitte!

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns mit Euren Meinungen, Kommentaren und gutem Rat zur Seite steht. Bitte schreibt uns und gebt uns Feedback, was wir in den nächsten Wochen besser machen können.

Viele herzliche Grüße,
Euer st_ry-Redaktionsteam

Marianna Barth
Sebastian Bolenius
Daniel Bröckerhoff
Mareike Müller
Hardy Röde
Hakan Tanriverdi

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Du bist, was Du twitterst

“Targeted Advertising” – auf den Endkunden zielgerichtete Werbung ist der feuchte Traum aller Werbetreibenden. Twitter könnte sie ihrem Traum etwas näher bringen.

ZEIT Online berichtet unter Berufung auf einen Artikel im The Economist,  dass Forscher im IBM-Forschungszentrum Almaden im kalifornischen San José herausgefunden haben wollen, wie man Tweets automatisch analysieren kann. So sollen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des jeweiligen Twitter-Nutzers möglich sein.

ZEIT Online schreibt:

“Fünfzig Tweets reichen den Forschern nach eigener Aussage, um die gesamte Persönlichkeit eines Menschen “ziemlich gut” zu bestimmen, mit 200 Kurznachrichten könne man jeden schon “sehr gut” einordnen.”

Was kann man wohl aus meinen Tweets herauslesen?

Was kann man wohl aus meinen Tweets herauslesen?

Eine mögliche Nutzung: Eben jene zielgerichtete Werbung, die Werbetreibenden die Höschen feucht macht. Wenn sie wissen, wie jemand tickt – so die Idee – kann man die Werbung schalten, die ihn anspricht und interessiert.

Jetzt wüßte ich doch ganz gern, was man aus meinen über 30.000 Tweets so auf meine Persönlichkeit schließen kann…